Kundengewinnung
Teil von Kunden gewinnen: Systematische Akquise für kleine und mittlere Unternehmen
Kaltakquise: Checkliste für den erfolgreichen Erstkontakt
Kaltakquise Checkliste: Schritt für Schritt von der Rechtsprüfung nach UWG und DSGVO über den Telefonleitfaden mit Beispielformulierungen bis zum Tool-Vergleich.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern ist nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung zulässig, geregelt in § 7 UWG.
- Vor dem ersten Anruf stehen Zielsegment, Anlass, Datenherkunft und Gesprächsziel schriftlich fest.
- Der Telefonleitfaden führt in vier Schritten vom Einstieg zum Termin.
- Beispielformulierungen geben den Rahmen vor, sie ersetzen kein Gespräch.
- Salesforce Sales und HubSpot unterscheiden sich vor allem beim Einstieg und beim Umfang der kostenlosen Stufe.
Rechtlicher Rahmen: UWG und DSGVO vor dem Wählton
§ 7 UWG zieht die Grenze zwischen zulässiger Ansprache und unzumutbarer Belästigung. Der Gesetzestext verlangt gegenüber Verbrauchern eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Ohne sie ist der Anruf unzulässig, unabhängig davon, wie höflich er geführt wird.
Gegenüber Unternehmen genügt eine mutmaßliche Einwilligung. Sie muss sich aus einem konkreten Bezug zwischen Anruf und Angebot ergeben, etwa aus einer Ausschreibung oder einem Messekontakt. Wer diesen Bezug nicht belegen kann, riskiert Unterlassungsansprüche und Bußgelder.
Die DSGVO steht daneben, sie ersetzt das Wettbewerbsrecht nicht. Im Geschäftskundenkontakt ist das berechtigte Interesse nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe f die übliche Grundlage, gegenüber Verbrauchern die Einwilligung nach Buchstabe a.
Die Telefonnummer ist ein personenbezogenes Datum. Herkunft, Erhebungszeitpunkt und geplante Löschfrist gehören in dieselbe Akte wie das Gesprächsprotokoll. Soll die Nummer für weitere Werbung genutzt werden, muss ein Widerspruch möglich sein.
Zwei Ebenen greifen ineinander: Das UWG ist Bundesrecht und gilt bundesweit einheitlich. Die Aufsicht über den Datenschutz liegt bei den Aufsichtsbehörden der Länder, nicht beim Bund.
Vorbereitung: fünf Punkte vor dem Wählton
- Zielsegment festlegen: Branche, Unternehmensgröße, Rolle des Ansprechpartners.
- Anlass prüfen: Ausschreibung, Messekontakt, Produktwechsel, Hinweis aus dem Bestand.
- Datenherkunft dokumentieren: Quelle, Eingangsdatum, Rechtsgrundlage.
- Gesprächsziel bestimmen: Termin, Rückruf oder Informationsversand. Der Abschluss am Telefon ist selten realistisch.
- Unterlagen bereitlegen: Angebotsbausteine, Preisrahmen, Einwandantworten, CRM-Maske.
Die fünf Punkte sind in etwa zehn Minuten abzuarbeiten. Fehlt einer, verschiebt sich der Anruf. Lässt sich die Datenherkunft nicht belegen, gehört die Nummer gelöscht und nicht gewählt.
Durchführung: der Telefonleitfaden in vier Schritten
- Einstieg: Name, Firma und Anlass in zwei Sätzen, dann Gesprächserlaubnis einholen.
- Bedarfsfrage: Ist-Zustand und Engstelle klären, zuhören, nachfassen.
- Einwandbehandlung: Einwand aufnehmen, Verständnis zeigen, Nutzen konkretisieren.
- Abschluss: zwei Terminvorschläge mit Wochentag und Uhrzeit nennen.
Der Leitfaden gibt die Reihenfolge vor, nicht den Wortlaut. Wer die Bedarfsfrage überspringt, verkauft in der ersten Minute und verliert den Termin.
Beispielformulierungen für fünf Gesprächsphasen
| Phase | Formulierung | Zweck |
|---|---|---|
| Einstieg | "Guten Tag, mein Name ist ... von ... . Ich rufe an, weil Sie ... . Haben Sie zwei Minuten?" | Gesprächserlaubnis |
| Bedarfsfrage | "Wie lösen Sie das heute, und was kostet Sie das im Monat?" | Ist-Zustand |
| Einwand Zeit | "Dann halte ich es kurz: ein Punkt, dann entscheiden Sie." | Tempo |
| Einwand ohne Bedarf | "Woran würde sich zeigen, dass ein Gespräch für Sie lohnt?" | Bedarf öffnen |
| Abschluss | "Ich schlage Dienstag um 10 Uhr vor oder Donnerstag um 14 Uhr. Was passt besser?" | Termin sichern |
Die Sätze sind Platzhalter mit festen Bestandteilen: Name, Anlass, Frage, Termin. Wer sie wörtlich abliest, wirkt unsicher. Wer sie ganz weglässt, verliert den roten Faden.
Nachbereitung und Wiedervorlage
Nach dem Anruf zählt die Dokumentation, nicht die Erinnerung.
- Ergebnis in einem festen Code erfassen: Termin, Rückruf, kein Bedarf, falscher Ansprechpartner.
- Gesprächsnotiz mit Datum und Anlass ablegen.
- Wiedervorlage setzen, bei Rückrufwunsch mit Datum und Uhrzeit.
- Widerspruch in die Sperrliste eintragen und die Löschfrist im System hinterlegen.
Beispielrechnung mit angenommenen Werten
Angenommen werden 100 Anrufe, 55 erreichte Kontakte und 11 Termine. Daraus entstehen 4 Angebote und 1 Abschluss. Bei einem Auftragswert von 25.000 Euro trägt dieser eine Abschluss rechnerisch 250 Euro je Anruf. Das ist ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten, keine Messung. Jedes Team setzt die eigenen Zahlen ein.
Tools im Vergleich: Salesforce Sales und HubSpot
Verglichen werden Preisstaffel, kostenlose Stufe und Tiefe der Gesprächsvorbereitung. Die Preisliste von Salesforce Sales nennt mehrere Stufen, abgerechnet je Nutzer und Monat. Ein dauerhaft kostenloses Kontingent weist die Seite nicht aus. Wer viele Vertriebsrollen, Genehmigungsschritte und Berichte abbildet, findet dort die breitere Ausstattung.
Die Preisübersicht zum HubSpot CRM führt eine kostenlose Stufe und kostenpflichtige Stufen für Starter, Professional und Enterprise. Die Preisliste von HubSpot Sales enthält Werkzeuge für Sequenzen, Anrufprotokolle und Angebotsmanagement. Für Einsteiger ist die Hürde dort niedriger, bei großen Datenmodellen und individuellen Freigaben liegt Salesforce vorn. Verbindlich bleibt in beiden Fällen die veröffentlichte Preisliste.
Häufige Fragen
Ist Kaltakquise gegenüber Unternehmen ohne Einwilligung erlaubt?
Bei Unternehmen genügt nach § 7 Absatz 2 Nummer 1 UWG eine mutmaßliche Einwilligung. Sie muss sachlich zum Angebot passen und dokumentiert sein.
Welche Rechtsgrundlage gilt nach der DSGVO?
Im Geschäftskundenkontakt meist das berechtigte Interesse nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe f, bei Verbrauchern die Einwilligung. Widerspruch und Löschfrist gehören in die Dokumentation.
Wie oft darf ein Kontakt angerufen werden?
Das UWG nennt keine Zahl. Wiederholte Anrufe ohne neuen Anlass sprechen gegen die mutmaßliche Einwilligung.
Worin unterscheiden sich Salesforce und HubSpot für die Kaltakquise?
HubSpot bietet eine kostenlose CRM-Stufe und einen einfacheren Einstieg, Salesforce die breitere Ausstattung für komplexe Vertriebsprozesse. Maßgeblich sind die veröffentlichten Preislisten.
Ersetzt ein Skript das Gespräch?
Nein. Formulierungen sichern den Rahmen, die Bedarfsfrage entscheidet über den Termin.