Kundengewinnung
Teil von Kunden gewinnen: Systematische Akquise für kleine und mittlere Unternehmen
Was kostet ein Empfehlungsprogramm für die Kundengewinnung?
Empfehlungsprogramm Kosten: Software, Prämien und Verwaltung kosten kleine Unternehmen 600 bis 900 Euro, mit Beispielrechnung und Anbietern wie ReferralCandy.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein einfaches Empfehlungsprogramm startet ohne Softwarekosten, kostet aber Verwaltungszeit.
- Mit Software, Prämien und Verwaltung sind für kleine Unternehmen 600 bis 900 Euro pro Monat realistisch.
- Die Prämie pro Empfehlung liegt häufig bei 50 Euro als Gutschein oder Gutschrift.
- Die Prämien summieren sich zum größten Kostenblock, weil sie mit dem Erfolg wachsen.
- Steuerliche Behandlung von Gutscheinen und Sachprämien vorab mit der Steuerberatung klären.
Die drei Kostenblöcke: Software, Prämien, Verwaltung
Empfehlungsprogramme haben drei Kostenblöcke: Software, Prämien und Verwaltung. Wer die drei Blöcke trennt, erkennt schnell, welcher den Ausschlag gibt. In kleinen Unternehmen ist das fast immer die Prämie.
Der Softwareblock beginnt bei null. Ein Tabellenblatt mit Empfehlungscode und eine Liste der Empfehlenden reichen für den Start. Sobald ein Programm mehr als etwa zwanzig Empfehlungen im Monat erzeugt, kostet Handarbeit mehr Zeit als ein bezahlter Tarif.
Der Prämienblock wächst mit dem Erfolg. Prämien sind variable Kosten und planbar nur über die Zahl der Abschlüsse. Rechnen Sie vorab aus, welcher Betrag pro Empfehlung tragbar ist.
Der Verwaltungsblock bleibt oft unsichtbar. Adressen pflegen, Prämien auszahlen, Nachfragen beantworten: drei Stunden im Monat sind keine Seltenheit.
Kundenbindung und Vertrieb ordnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag dem Feld Unternehmensentwicklung zu und bündelt dort die Themen für den Mittelstand.
Beispielrechnung für ein kleines Unternehmen
Angenommen, das Programm bringt zehn erfolgreiche Empfehlungen im Monat, jede mit 50 Euro Gutschein belohnt. Der Softwaretarif liegt im mittleren Bereich. Die Verwaltung kostet drei Arbeitsstunden zu 35 Euro.
| Kostenblock | Pro Monat | Pro Jahr |
|---|---|---|
| Softwaretarif | 149 Euro | 1.788 Euro |
| Prämien, 10 × 50 Euro Gutschein | 500 Euro | 6.000 Euro |
| Verwaltung, 3 Stunden × 35 Euro | 105 Euro | 1.260 Euro |
| Summe | 754 Euro | 9.048 Euro |
Alle Beträge sind Nettopreise ohne Umsatzsteuer, auf Rechnungen kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 19 Prozent hinzu.
Der Umsatz muss diese Summe tragen. Bei 9.048 Euro Jahreskosten und einer Marge von 60 Prozent braucht das Programm etwa 15.080 Euro zusätzlichen Umsatz. Bleibt der Effekt darunter, ist die Prämie zu hoch oder die Ansprache zu breit.
Software-Anbieter und ihre Preislogik
Die Preisspannen für Empfehlungssoftware sind weit. Sie reichen von null Euro für Tabellenlösungen bis rund 300 Euro pro Monat für ausgewachsene Plattformen, abgerechnet nach Kontakten, Bestellungen oder Umsatz.
Empfehlungsheld ist ein deutscher Anbieter für Empfehlungsmarketing. Das Unternehmen richtet die Tarife nach Funktionsumfang und Anbindung aus, die Abrechnung erfolgt in Euro. So entsteht kein Wechselkursrisiko.
ReferralCandy kommt aus dem E-Commerce und rechnet in US-Dollar ab. Die Tarife staffeln sich nach Funktionsumfang, teils mit Erfolgsbeteiligung an empfohlenen Bestellungen. Wer in Euro kalkuliert, plant Wechselkurs und Umsatzsteuer ein.
Für Kundenbindungssoftware vergleichbarer Bauart veröffentlicht der Anbieter LoyaltyLion eine offene Preisübersicht. Solche Preislisten sind ein guter Maßstab für die eigene Größenordnung.
Läuft das Programm zusätzlich über E-Mail, kommt ein Versanddienst dazu. Die Preise für E-Mail-Marketing bei CleverReach steigen mit der Zahl der Empfänger, also mit der Reichweite des Programms.
Prämienhöhe festlegen: 50 Euro Gutschein als Richtwert
Die Prämie entscheidet über Kosten und Wirkung. Ein Gutschein über 50 Euro ist im Einzelhandel und bei Dienstleistungen ein verbreiteter Richtwert. Für Empfehlende ist er unmittelbar verständlich.
Alternativen sind Gutschriften auf die nächste Bestellung, Bargeld, Sachprämien oder eine Spende. Gutschriften binden den Empfehlenden an das eigene Unternehmen und kosten weniger als ihr Nennwert.
Staffelungen halten Kosten im Rahmen. Denkbar sind eine kleinere Prämie bei der ersten Empfehlung und eine höhere ab der dritten. So wächst der Aufwand mit der Zahl der Abschlüsse.
Wichtig ist die steuerliche Seite. Gutscheine und Sachprämien lösen je nach Empfänger und Höhe steuerliche Pflichten aus. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung, bevor Sie das Programm bewerben.
Häufige Fragen
Was kostet ein Empfehlungsprogramm ohne Software?
Ohne Software fallen nur Prämien und Verwaltungszeit an. Bei zehn Empfehlungen zu je 50 Euro Gutschein und drei Stunden Verwaltung sind das 605 Euro pro Monat. Die Einrichtung läuft über eine Tabelle, ist aber fehleranfälliger.
Reicht ein Gutschein über 50 Euro als Prämie?
Für viele Branchen ja. Prüfen Sie, ob 50 Euro im Verhältnis zum Warenkorb stehen. Als Faustregel gilt, dass die Prämie unterhalb der Marge des gewonnenen Kunden bleibt.
Wann lohnt sich bezahlte Software?
Sobald die manuelle Pflege mehr Zeit kostet als der Tarif. Bei rund zwanzig Empfehlungen im Monat kippt die Rechnung meist zugunsten einer Software mit automatischer Nachverfolgung.
Fallen außer Prämien und Software weitere Kosten an?
Ja. Dazu gehören Rechtstexte zum Datenschutz, Grafik für die Landingpage und manchmal eine Werbepauschale. Rechnen Sie dafür einmalig 500 bis 2.000 Euro ein.